Von Metalldetektoren, vom Sondengehen

und wie es dazu kam

Technik, Entwicklungen, damals und heute



Seit den frühen Achtzigern des vorigen Jahrhunderts, als ich mit dem Hobby anfing, interessiert mich Geschichte im breitesten Spektrum. Funde der Steinzeit bis zur Neuzeit, alles hat auf seine Art einen Reiz. Natürlich kristallisiert bzw. kristallisieren sich irgendwann ein oder mehrere Epochen bzw. Interessengebiete, für die man sich besonders interessiert, heraus, aber eines ist bei mir von Anfang an unverändert geblieben: Nicht nur die Geschichte, die noch im Boden steckt, sondern auch die Technik, die dazu verwendet wird, Relikte im Boden überhaupt lokalisieren zu können, die technische Entwicklung, fand ich schon immer interessant. Mittlerweile ist die Technik, mit der ich um 1982 zu suchen begann, ja auch schon "Geschichte".



Wenn Sondengänger von heute sehen, womit ihre Vorgänger „früher“ unterwegs waren, auf der Suche nach Relikten aus der Vergangenheit, lässt sich, wenn man sich die Geräte genauer anschaut, leicht erahnen, dass es damals einiges mehr an Durchhaltevermögen brauchte, um das Hobby dauerhaft auszuüben.  

 

Viele zunächst „begeisterte“ Sondengänger im „Schatzsucherfieber“ gaben damals schon schnell frustriert auf. Man hatte sich das anders vorgestellt. Man brauchte eine überdurchschnittliche Portion Ausdauer und Geduld, um das Hobby dauerhaft zu betreiben. Das trifft bis heute gewissermaßen immer noch zu, nur die Geräte von heute machen die Suche um einiges leichter. Außerdem hat jeder eine andere Definition vom Begriff „Schatz“. Viel Geduld ist aber immer noch eine der wichtigsten Voraussetzungen. 




Heute kaufen sich viele Hobbyanfänger ein Billiggerät mit günstiger Technik aus China. Wenn man sich ein wenig informiert und an der richtige Stelle sucht, werden auch sie relativ schnell fündig. Die heutige Technik macht das Ganze schon um einiges leichter im Vergleich zu unseren Vorgängern aus den fünfziger, sechziger und siebziger Jahren. Und das für kleines Geld. Die Qualität und Tiefenleistung der „Billiggeräte“ lässt (auf Dauer) zwar zu wünschen übrig, und sie sind mit Geräten von Markenherstellern (dazu gleich mehr) nicht zu vergleichen, aber man kann bereits etwas damit finden, und das manchmal sogar mit einer einigermaßen funktionierenden Metallunterscheidung.

 

Der Sondengänger, der etwas auf sich hält und das Hobby professioneller betreiben möchte, wird sich aber irgendwann auf ein Gerät eines Markenherstellers besinnen. Sie gehen tiefer, arbeiten stabiler, haben eine viel bessere Metallunterscheidung, man kann sie manuell oder automatisch auf jeder Bodenart abstimmen, und die Qualität des Gerätes ist viel hochwertiger. Möchte man irgendwann mal Upgraden auf ein teureres Gerät, ist der Wiederverkaufswert eines (alten) Markengeräts immer noch gut. 



Die Geräte von anno dazumal, aus den Anfangszeiten des Hobbys, waren schwerer, unhandlicher, oft kompliziert einzustellen, der Basiston „driftete“, je nach Bodenbeschaffenheit, öfter ab, je nach Bodenmineralisierung musste oft nachjustiert werden, stellenweise ging gar nichts mehr, man grub praktisch alles aus, ohne jegliche  Metallunterscheidungsmöglichkeit, und die Geräte hatten, je nach verwendetem Funktionsprinzip, eine vergleichsweise geringe Tiefenleistung. Armstützen? Fehlanzeige. Die kamen erst Ende der achtziger Jahre. Sogar heute schon bei Billiggeräte, eine Selbstverständlichkeit. Damals teures Zubehör. 

 

Im Laufe der Zeit wurden die Geräte immer avancierter, gingen im Laufe der Entwicklung immer tiefer in schwierigen, mineralisierten Boden und konnten immer besser zwischen Metallarten unterscheiden bzw. sich auf die (wechselnde) Bodenbeschaffenheit einstellen. Viele Landgeräte sind mittlerweile auch komplett wasserdicht. Ohne Plastiktüten im Gepäck ging damals oft nichts mehr bei (Niesel-)Regen, obwohl Regen für mich persönlich noch nie ein größeres Hindernis bei der Suche war. Plastiktüte drüber und weiter gings. Vor allem, wenn ich, noch zu Schulzeiten, auf dem Fahrrad weit fahren musste, um überhaupt zur Suchstelle, meist gepflügte Äcker, zu gelangen.



Die Technik, bzw. das was drinsteckte, wurde auch immer besser. Von IB (Induction Balance), BFO (Beat Frequency Occilator), TR (Transmitter/Receiver), VLF (Very Low Frequency), über kombinierte Systeme wie VLF/TR, über PI (Pulse Induction) ging die Entwicklung stetig weiter. Hohe Frequenzen (100khz, TR-Geräte) wichen niedrigen Frequenzen (7Khz oder weniger, VLF-Geräte), die Tendenz ist aber wieder steigend (18/24Khz und höher). So hat jede Frequenz seine Vor- und Nachteile (z.B. unter Hochspannungsleitungen). Suchspulen wurden auch immer größer, besser und leichter, und die Geräte gingen somit entsprechend tiefer. Die geschlossenen, wasserdichten Spulen von früher wichen offenen „Spider“-Spulen, da man bemerkte, dass man die Spule so besser im Wasser untertauchen konnte, ohne viel Auftrieb. Je größer eine Suchspule, desto tiefer geht sie. Desto größer wird aber auch die Chance, dass kleine, „gewollte“ Edelmetallfunde durch eine (ebenfalls) erwünschte bzw. eingestellte Eisenabweisung „maskiert“ werden.



In den Sechzigern und Siebzigern war es Mode, „viel“ Gerät dabei zu haben, große Kontrollkästen mit vielen Bedienknöpfen. Das sah gut aus, wirkte professionell, machte was her. Bedienungseinheiten/Kontrollkästen waren aber auch viel größer, weil die damaligen Batteriesysteme und Technik (analog) noch nicht soweit waren wie heute. Elektronikbauteile brauchten noch viel Platz. Heute braucht man bei einem Treasuremaster von Whites zwei AA-Batterien. Früher waren zwölf Batterien bei Top-Geräten normal. Und automatisch schwerer. Die Kontrollgehäuse, früher aus Metall, sind heute aus Kunststoff. Heute möchte man so wenig wie möglich dabei haben, alles soll leicht sein, aber bitte mit high-end  Leistung“. Und wasserdicht. 

Whites Coinmaster 1/DB und Coinmaster 6000/D


Ich werde hier auf www.ig-heimatforschung.de  demnächst mehrere, immer noch funktionierende „Oldies“ vor-stellen. Auch werden sie „in Aktion“ zu sehen sein. Schauen wir mal, was die noch so können.   


Wer hat eigentlich den ersten Hobby-Metalldetektor erfunden, und was gab den ersten Impuls dafür? Und wie sah die Entwicklung von Anfang an bis heute aus? Wer waren die Pioniere der Metallortung? Nachfolgend ein kleiner Rückblick zu einer anderen Art von Geschichte, mit der wir uns normalerweise beschäftigen: Die Geschichte des Metalldetektors.

Alte chinesische Dokumente besagen, dass bereits 200 v. Chr. ein chinesischer Kaiser, vor lauter Angst umgebracht zu werden, eine Art von „Metalldetektor“ am Eingang seines Palastes installieren ließ. Wie das (vage) überliefert wurde, ähnelt dies eher einem großen Magnet. Die Handwerker des Kaisers bauten wohl eine Art Tor aus Magnetit, ein magnetisches Mineral, durch das alle Besucher und Bediensteten hindurch mussten um zum Kaiser zu gelangen. Durch eine Kombination aus Hämmern und Erhitzen des Magnetits, wurden die Moleküle bei der Herstellung wohl auf das magnetische Feld der Erde ausgerichtet, und sobald jemand mit Metall, wie Waffen, Rüstung durch den Rahmen aus Magnetit lief, wurden die Metallgegenstände und die Person in Richtung Rahmen gezogen bzw. eine Bedrohung minimiert.

 

Die magnetischen Eigenschaften von Magnetit war bereits 600 v. Chr. bei den alten Griechen bekannt, wenige hundert Jahre später wussten auch die Chinesen um seine Eigenschaften. Im Jahr 1088 schrieb bereits Shen Kua einen Bericht über einen aufgehängten Magnetkompass für die Schifffahrt. Die Engländer wussten das erst hundert Jahre später. Mit Hilfe von Magnetit konnten chinesische Ärzte bereits kleine Eisenteilchen aus Augen von Patienten entfernen.

 

Die Wirkung von Magnetit ist also überliefert und Magnetismus war den Chinesen schon sehr früh bekannt. In wieweit so ein „magnetisches Tor“ wirksam war bzw. als „Metalldetektor“ (im weitesten Sinne des Wortes) erfolgreich war, lassen wir dahingestellt sein, es ist nicht eindeutig überliefert. Ob der Kaiser deshalb überlebt hat auch nicht.  


Anfang des 19. Jh. fingen Forscher an, mit Magnetismus und elektrischem Strom zu experimentieren. Das 19. Jh. war in den USA ein Jahrhundert geprägt von Goldfieber. Die Idee mit den neuen technischen und elektrischen Erkenntnissen, statt mühsames Schürfen, ein Gerät zu entwickeln, das Gold im Boden aufspüren konnte, stieß auf großen Enthusiasmus. Wissenschaftler begannen deshalb ab Mitte des 19. Jh. mit der Entwicklung eines elektrischen Metalldetektors. 

 

Geologe und Ingenieur R.W. Fox fand um 1830 heraus, dass Elektrizität auch durch metallhaltiges Gestein fließt. Er entwickelte daraufhin einen primitiven Metalldetektor, der nur aus einer Batterie, verschiedenen Metallstäben und einem langen elektrischen Draht bestand. Er ging dabei folgendermaßen vor: Da wo er metallhaltiges Gestein im Boden vermutete, trieb er einen Metallstab in den Boden. Diesen Stab verband er mittels eines zweiadrigen Stromdrahts an einem der Batteriekontakte. An dem verbliebenen Batteriekontakt befestigte er noch einen elektrischen Draht. An unterschiedlichen Stellen wurden weitere Metallstäbe in den Boden getrieben. Gab es bei der Berührung des elektrischen Drahtes an einem oder mehreren Metallstäben einen Funken, war dies eine Indikation, dass metallhaltiges Gestein vorhanden war. 


R.W. Fox (links), Gustave Trouvé (Mitte), Prof. D.E. Hughes (rechts)


Gustave Trouvé, ein französischer Ingenieur und Erfinder, experimentierte erfolgreich für das französische Militär im Bereich  Kommunikation, und um 1874 entwickelte er auch ein Gerät, das Metallobjekte wie z.B. Geschosse in Soldaten bzw. Patienten lokalisieren konnte. Dies war vermutlich der erste Prototyp eines Metalldetektors wie wir ihn heutzutage auch in etwa kennen.


In 1879 demonstrierte Professor D.E. Hughes (16 May 1831 – 22 January 1900 ) an der Royal Society in London erfolgreich seine “Induction-Balance Machine”. Kurz darauf belieferte er ebenfalls englische Hospitäler mit dem Zweck, Metallobjekte im menschlichen Körper zu orten. Zwei Jahre später, in 1881, modifizierte George Hopkins, ein Erfinder aus den USA, eine Induction-Balance Machine, um noch besser Metalle und metallisches Gestein im Boden orten zu können.


Das Induction Balance Prinzip war also generell die Basis für den Metalldetektor wie wir ihn heute kennen. Das Induction-Balance System bestand aus zwei wechselstromdurchfließenden Spulen, die auf einander abgestimmt waren. Kam Metall in die Nähe der miteinander abgeglichenen Spulen, entstand eine Instabilität zwischen den Spulen, eine „Instabilität“, die mittels Mikrofon hörbar gemacht werden konnte. Jede Metallart (Eisen, Kupfer, Silber etc.) hat eine andere Phasenverschiebung, wodurch es nach Weiterentwicklung dieses Prinzips heutzutage möglich ist, nach Metallart zu unterscheiden.  

Das Induction Balance Prinzip war also generell die Basis für den Metalldetektor wie wir ihn heute kennen. Das Induction-Balance System bestand aus zwei wechselstromdurchfließenden Spulen, die auf einander abgestimmt waren. Kam Metall in die Nähe der miteinander abgeglichenen Spulen, entstand eine Instabilität zwischen den Spulen, eine „Instabilität“, die mittels Mikrofon hörbar gemacht werden konnte. Jede Metallart (Eisen, Kupfer, Silber etc.) hat eine andere Phasenverschiebung, wodurch es nach Weiterentwicklung dieses Prinzips heutzutage möglich ist, nach Metallart zu unterscheiden.   


Auch der Amerikaner Alexander Graham Bell experimentierte um 1880 bereits mit dem Induction-Balance-Prinzip. Am 2. July 1882 versuchte er damit, eine Kugel in der Brust des  amerikanischen Präsidenten James Garfield zu orten. Der Metalldetektor funktionierte zwar, aber die Metallfedern des Bettes störten das Gerät und die Kugel konnte nicht genau lokalisiert werden.



In 1902 wurde durch „The London Electric Ore Finding Company“ ein Patent angefragt für eine für die damalige Zeit weiterentwickelte Version eines Metalldetektors, der metallhaltiges Gestein aufspüren konnte. Die Reichweite betrug ca. 100 Yards. Eine Weiterentwicklung und eindeutige Verbesserung des primitiven Gerätes von R.W. Fox aus ca. 1830.


Der Erste Weltkrieg von 1914-1918 trug auch dazu bei, die Weiterentwicklung eines tragbaren Gerätes zügig voranzutreiben. Der Krieg hinterließ Unmengen von Granaten und Bomben auf den Schlachtfeldern, mit denen die Bauern, die ihre Felder bestellen mussten, nach dem Krieg zu kämpfen hatten. Induction-Balance Geräte mit einer Zwei-Mann Bedienung wurden zum Absuchen der (Schlacht-)Felder eingesetzt. Einer trug das Gerät mit den überdimensionalen Spulen (je größer die Spule, je mehr Tiefgang auf Bomben, Granaten etc.), der andere lief daneben und lauschte im Ohrhörer. In einer Ausgabe von „Popular Mechanics“ aus 1919 wird die Tiefe mit ca. 40 cm angegeben.


Mitte der 1920er Jahre erfanden zwei Leipziger Bürger, H. Geffchen und H. Richter, einen sog. „Radio-Detektiv“ für eine Fabrik in Deutschland, der Vorgänger von den Metallschleusen, wie wir sie heute von Flughäfen her kennen. Personal/Arbeiter sollte/n so kontrolliert und Diebstählen von Betriebseigentum vorgebeugt werden. Nacheinander wurde das Personal durch die Schleuse gelotst und ein Wachmann mit Kopfhörer überwachte die Tonhöhe. Ein Bericht in „Radio News“, von 1926, bescheinigt dem Gerät eine erstaunliche Empfindlichkeit. Sogar Uhren und Schlüssel konnten detektiert werden. Das Gerät konnte auch weniger empfindlich eingestellt werden, damit es auf kleine Gegenstände nicht mehr reagierte. Um Fehlalarme oder „Tarnung“ durch Metallgegenstände zu vermeiden, mussten Lunchboxen, Thermosflaschen und sonstige Gegenstände, bevor man durch das Gerät lief, abgegeben werden. Hatte man das Gerät durchlaufen, konnte man diese, nach einer Kontrolle, wieder zu sich nehmen.


In 1927 erschien das erste Buch über Metallsuchgeräte für Schatzsucher, „Modern Divining Rods: Construction and Operation of Electrical Treasure Finders“, von R. J. Santschi. Ein Bestseller!


In 1928 erhielt der amerikanische Geschäftsmann Shirl Herr ein Patent für ein ähnliches Design, das effektiv war bis zu einer Tiefe von ca. 2 m. Das Gerät ging sofort „um die Welt“ und wurde eingesetzt bei Expeditionen in der Antarktis. Ein Jahr später war Herr in Italien erfolgreich im Einsatz und half Benito Mussolini Kaiser Galigulas Prunkschiffe im Nemisee (Lago di Nemi) zu orten.


In 1928 berichtete die London Times über George Williams. Er fand die damaligen Metalldetektoren eher primitiv und hatte einen sog. Radio-Locator für die Suche nach Schätzen entwickelt. Er wurde fündig, er fand reichlich Gold, und sein auf einer Radiofrequenz basierendes Gerät, wurde als TR-Gerät (Transmit-Receive/Sender-Empfänger)-Gerät angepriesen. 


In 1933 gründete Gerhard Fischer das Unternehmen “Fisher Research Laboratory” (Name „Fischer“ wurde in „Fisher“ abgewandelt bzw. absichtlich „amerikanisiert“). Die Firma Fisher ist bis heute eine der größten Hersteller von Metallsuchgeräten. Fischer, der in Deutschland Elektrotechnik an der Universität Dresden studiert hatte, war von Deutschland in die USA emigriert. Dort war er in Los Angeles als Ingenieur tätig, bis er die Idee bekam, tragbare Metallsuchgeräte zu entwickeln. Sein „Metallascope“ , ein Two Box-Gerät, konzipiert, metallhaltiges Gestein und große Gegenstände zu orten (optisch ähnlich dem heutigen Gemini von Fisher), wurde ein großer Erfolg.


In den Anfangsjahren des Zweiten Weltkrieges optimierte ein polnischer Offizier, Jozef Stanislaw Kosacki, der nach dem Fall von Polen nach England geflüchtet war, das Design und entwickelte ein Minensuchgerät für die Alliierten. Das Gerät war so effektiv und funktionell, dass es seine Premiere in Nord-Afrika hatte, bei der Beseitigung der deutschen Minenfelder durch alliierte Truppen bei der Schlacht um El Alamein. Danach wurde das Gerät bei der Landung auf Sizilien, Italien und in der Normandie eingesetzt. 


Zwischenzeitlich hatte auch die deutsche und russische Armee Minensuchgeräte im Einsatz, wobei die deutschen Armeepioniere, seit eh und je auf Vorrücken getrimmt, davon wenig Gebrauch machten. Die russische Armee hatte schon schnell verschiedene Geräte im Einsatz, um die deutschen Verteidigungslinien in der Endphase des Krieges, mit abertausenden von Minen gespickt, zu beseitigen.


Als in 1945 der Zweite Weltkrieg zu Ende war, wurden Unmengen dieser Geräte, inzwischen  überflüssig, für den Surplusmarkt verfügbar. Sie waren allerdings nur für die Suche nach größeren Gegenständen wie Minen, bestenfalls metallhaltigem Gestein, konzipiert und nicht für die Suche nach kleinen Gegenständen wie z.B Münzen, die wegen ihrer geringen Größe damit nicht geortet werden konnten.

 

Ehemalige Soldaten, die im Krieg diese Geräte bedient hatten, wussten aber über die Möglichkeiten der Geräte, vergrabene Schätze lokalisieren zu können. Die Geräte fanden reichlich Absatz. Ein neues Hobby bahnte sich an. 


Anfang der 1950er Jahre fing die Firma Whites Electronics in Oregon, USA an, empfindliche Geräte zu produzieren, die neben metallhaltigem Gestein wie Uran auch Metallgegenstände orten konnten.  Uran kommt in den USA in bestimmten Gebieten vermehrt in Sandsteinviorkommen vor, und so mancher  ist dadurch in den 50er Jahren sehr reich damit geworden. Uran und Geräte, die Uran aufspüren/anzeigen konnten (Geigerzähler) waren in den 50er Jahren deshalb sehr gefragt, bis die amerikanische Regierung in den 60er Jahren genug Uran hatte, um ihren Bedarf zu decken. Whites schwenkte danach um auf die Herstellung von Metalldetektoren.

 

Die Firma Whites existiert bis heute und produziert hervorragende Geräte für alle Anwendungen. Das Whites-Firmenlogo erinnert immer noch an die 50er Jahre, als die Uransuche noch hoch im Kurs stand.


Als Anfang der 1960er Jahre der Transistor erfunden wurde, kam die Entwicklung der Hobbygeräte ins Rollen. “Relic Hunting”, die Suche nach Relikten aus dem amerikanischen Bürgerkrieg, und “Schatzsuche” im allgemeinen Sinne, dies kombiniert mit immer besseren und handlicheren Geräten, machte dieses neue Hobby in den USA zum Renner. Die Geräte hatten zwar, verglichen mit heute, kaum Tiefenleistung auf kleine Münzen und man konnte praktisch keine Metallarten unterscheiden, aber man fand bereits auf Anhieb viele alte Gegenstände, Münzen und  Relikte im Bereich der Oberschicht. Das “Virus” verbreitete sich und ein Hobby war geboren. 


Mitte der 1960er Jahre gründete Charles Garrett, ein ehemaliger NASA-Ingenieur, die Firma Garrett Electronics. Seine BFO-Geräte (Beat Frequency Oscillator) waren sehr beliebt. Heute gehört die Firma Garrett, mit der Firma Whites Electronics, zu den ältesten und größten Herstellern von  Metallsuchgeräten.

 

Kleinere Firmen sprangen in den 60er und 70er Jahren auf den Zug auf, die meisten Firmen existieren heute nicht mehr. Sie trugen aber auch ihren Teil dazu bei, dass das Interesse geweckt und das Hobby in den USA weit verbreitet wurde. Ende der 1960er Jahre kamen Detektoren der Marke Bounty Hunter auf den Markt. Die Firma gibt es bis heute.



In den 1970er Jahren schwappte das Hobby über den großen Teich nach Großbritannien über. Die Firma Candle International, später C-Scope (Candle Scope), begann eigene Modelle zu produzieren, die ein Riesenerfolg waren. Die Firma gibt es bis heute. Andere englische Firmen (Arado, Sol Invictus, etc.), die es teilweise heute nicht mehr gibt, zogen nach. Von England aus kam das Hobby Mitte/Ende der 1970er Jahre endgültig bei uns an. 


Die 70er Jahre brachten schlagartig große technische Entwicklungen auf dem Gebiet der Hobbydetektoren. Höhere Frequenzen der damaligen IB/TR-Geräte (Induction Balance/Transmitter-Receiver-Geräte, mit Frequenzen um die 100 Khz) wichen niedrigen (VLF-Very Low Frequency) Frequenzen, VLF-Geräte hatten eine bessere Tiefenleistung in “schwierigem” (mineralisiertem) Boden, wo TR-Geräte oft mächtig Probleme bekamen (die Tiefenleistung wird bestenfalls reduziert auf wenige Zentimeter), und man konnte mittlerweile Rückschlüsse ziehen auf die gefundene Metallart. In den 70ern entwickelte die Firma Compass eine neue Spulenart, die Double-D-Spule. Die Firma Compass, die bis Ende der 1980er Jahre hervorragende und sehr leistungsfähige Metalldetektoren herstellte, verschwand leider vom Markt, als ein Brand die Fabrik lahmlegte. Das war gleichzeitig das Ende. 


In 1980 gründete Jack Gifford die Firma Tesoro Electronics Inc. Die Marke schlug ein und wurde ein Riesenerfolg. Bis 2019 waren die Geräte sehr beliebt, weil sie sehr hochwertig und leistungsfähig waren, sehr gut auf mineralisiertem Boden funktionierten, sehr leicht und einfach zu bedienen waren und vor allem über einen hervorragenden Diskriminator verfügten. Da die Firma über Jahre hinweg praktisch keine technischen Neuerungen durchführte, sich an den Geräten über Jahrzehnte hinweg nicht wesentlich etwas änderte, andere etablierte und neuere Firmen, wie z.B. Minelab aus Australien (seit 1985) und XP aus Frankreich (seit 1998) immer mehr technische Neuheiten entwickelten, blieb die Firma Tesoro irgendwann auf der Stecke. Als ob sie entwicklungstechnisch stehen geblieben wäre.  Ihre Geräte waren und sind aber immer noch sehr beliebt, vor allem bei archaeologischen Grabungen, da aber die Konkurrenz nicht schläft, sind die Nachrichten, die gerade von Tesoro kommen, nicht gerade positiv (Stand Dez. 2019: Personal wurde nach Hause geschickt, Reparaturen werden kaum noch durchgeführt, vor Ort geht seit Januar 2019 keiner mehr ans Telefon). Sehr schade.



Die 90er Jahre brachten SMD-Technik, Transistoren wurden ersetzt, statt analoge gab es jetzt digitale Displays/Bildschirme, die Metallunterscheidung wurde noch akkurater, VLF-TR-Geräte mit Basiston (Non-Motion) wichen VLF-Motion-Geräten (Suchspule muss jetzt leicht bewegt warden, um einen Ton zu erzeugen), etc. 

 

Mittlerweile gibt es, neben den etablierten und immer noch existierenden Topmarken wie Whites, Garrett, C-Scope, Minelab, XP, viele neue Hersteller von Metallsuchgeräten. Vor allem neue Hersteller aus dem ehemaligen Ostblock (z.B. Bulgarien) produzieren immer bessere VLF-Motion-Geräte, verglichen mit den Topherstellern, für wenig Geld. Sie werden allmählich selbst zu Topherstellern. Die Zeit wird es zeigen. Die Leistung lügt aber nicht. In Punkto Tiefenleistung schlagen sie stellenweise alt eingesessene Topmarken. Die Firma Nokta/Makro aus der Türkei entwickelt auch fleißig immer wieder neue Modelle für verschiedene Anwendungen. Der Markt boomt sozusagen. Gab es früher nur eine Handvoll Tophersteller, gibt es jetzt, für den Anfänger, einen schier unübersichtliche Markt von guten Marken, neben einem zusätzlichen unübersichtlichen Markt von Billiggeräten aus Fernost.

Markengeräte von Whites und XP (2000-2020)


Garrett AT MAX
Garrett AT MAX

Heutzutage funktionieren Geräte mit Bluetooth, Funk, teils mit (mir zu) viel Schnickschnack, aber wer das braucht, warum nicht. Ich suche mit mehreren Geräten und unterschiedlich großen Suchspulen oder Frequenzen, je nach Gelände, Mineralisierung und “Verschrottungsgrad”. Jedes Basisgerät ist ja ein Kompromiss, und funktioniert je nach Gegebenheiten vor Ort besser oder schlechter. Deshalb kann ich jedem nur empfehlen, sich zumindest  auch eine kleine Spule zuzulegen.   

 

Eine kleine Spule sollte nicht fehlen. Am besten die kleinste Spule, die es für das betreffende Gerät gibt (10-13cm Durchmesser). Denn hat man eine „ertragreiche“, z.B. römische Stelle gefunden und  alles bereits abgesucht, geht man am besten im Hotspot-Bereich nochmal mit dieser kleinen Spule drüber. Auch aus verschiedenen Richtungen. Das ist vielleicht mühsam, da die Bodenabdeckung fehlt (und man kaum voran kommt), aber es lohnt sich oft. Ihr werdet sehen, es kommen immer noch Funde hervor, die kleinsten Münzen und Gegenstände, die vorher evtl. neben Eisenobjekten „maskiert“ wurden, da die Standardspule evtl. zu groß war (Standardspulen der Detektorhersteller sind immer ein Kompromiss) bzw. die Eisenabweisung zu hoch eingestellt war. Auf Siedlungsstellen liegen ja meistens sehr viele kleine Eisenobjekte, und ohne eine gewisse Eisenabweisung bekommt man im Allmetall-Modus überall Signale. Tonhöhenidentifikation erleichtert dies um ein vielfaches.

 

Bezüglich der Tonhöhe: Mittlerweile gibt es Geräte mit zig-Tonhöhen. Mir reichen zwei: Ein tiefer Ton  für Eisen (Ferro-Metalle) und ein hoher Ton für Edelmetalle (Non-Ferro). Je nach Tiefe des Objektes verändert sich die Tonhöhe sonst sowieso ständig, und einige Geräte dudeln bzw. „singen“ buchstäblich in allen Tonlagen. Kommt man näher an das Fundobjekt heran, verringert sich die Distanz, ändert sich der Ton oft wieder. Aber aufgepasst: Nicht alle tiefen Töne sind Eisenfunde. Manchmal liegt das Objekt einfach zu tief, um richtig erkannt zu werden. Bei Zweifel: Graben. Oder auf den Bildschirm schauen. Je nach Gerät kann man da schon viel ableiten, ob man graben soll oder nicht.

Hobbyanfängern empfehle ich außerdem, nicht gleich das teuerste Gerät zu kaufen. Kaufe am besten zuerst ein gutes Anfänger- oder Mittelklasse-Markengerät mit Standardspule, evtl. gebraucht (aber Markengerät, kein „Chinagerät“ von 50-100 Euro), und kaufe (evtl. irgendwann) dazu eine größere Spule mit einer guten Tiefenleistung (über 30cm Spulendurchmesser) und eine kleinere (10-13cm Durchmesser).  

 



Ein Marken-Anfängergerät ist nicht all zu teuer. Kauft man dazu eine größere  Spule eines Herstellers, der auf Zusatzspulen spezialisiert ist (Detech, CORS, NEL etc.) , Spulen, die oft sogar leichter, laufruhiger und tiefer laufen als die von konventionellen Detektorherstellern, hat man ein Mittelklassegerät, das mit der Tiefenleistung eines teuren Oberklassengeräts bzw. Topgeräts mithalten bzw. dieses sogar übertreffen kann. 

 

Mehr als 400-450 Euro muss das mittlerweile nicht kosten (Basis-Anfängergerät ca. 200-300 Euro, z.B. Whites Treasuremaster a 299 Euro, + Zusatzspule Detech Ultimate 33cm a 125-150 Euro). Das ist am Anfang oft besser als ein teueres 1000-Euro-Gerät mit nur eine serienmäßige Spule. Kauft man ein Gerät mit Standardspule ist diese Spule immer nur ein Kompromiss (decken zwar das meiste ab, aber eben nicht alles). Für bestimmte Hotspots „braucht“ man schon eine kleinere (Dritt-)Spule. Man kann natürlich auch gleich ein teueres Gerät mit zwei extra Spulen kaufen, aber das ist natürlich eine Frage des Geldes. Und ob Anfänger wissen wie lange sie das Hobby (noch) betreiben werden bzw. ob man dann da gleich so viel Geld ausgeben möchte/kann ist die nächste Frage. 

 

Der eine mag viel Gadgets, Funk, etc., der andere braucht nur Tiefenleistung, eine gute Recovery Speed, einen guten Diskriminator, der eine braucht einen Bildschirm, der andere braucht keinen Bildschirm mit Metallreferenznummern oder ähnlichem. Hauptsache es macht Spaß. Denn darum geht es. Spaß an Geschichte, Spaß an der Technik und Spaß an der Suche. 


Hat man Interesse am Sondengehen und möchte man das Hobby vernünftig betreiben, ist es wichtig, nicht einfach ein Gerät zu kaufen und gleich auf dem erstbesten Acker loszulegen, sondern sich bereits im Vorfeld über die gesetzlichen Bestimmungen in dem jeweiligen Bundesland zu informieren und sich mit den Denkmalbehörden in Verbindung zu setzen. Eine gute Zusammenarbeit ist eine “Win-Win-Situation” für Sondengänger einerseits und Denkmalämter anderseits. Ich wünsche Euch Allen viel Spaß bei der Suche! Und Gut Fund!                                 Erik Wieman